Wissensdatenbank · Krankheitsrisiko

Krankheitsrisiko aus dem Wetter, mit Quellenangabe

FairGrow ermittelt für jede Fläche, ob das Wetter einer Krankheit oder einem Schädling eine Chance gibt. Jedes Signal folgt einem veröffentlichten Modell, und du siehst, welchem.

Schritt 1Dein WetterStundenwerte für deine Fläche: Temperatur, Luftfeuchte und Regen.
Schritt 2Nasse StundenWie lange die Blätter nass blieben, und bei welcher Temperatur.
Schritt 3Das ModellEin Schwellenwert aus der Fachliteratur, je Kultur und je Krankheit.
Schritt 4Das SignalGrün, orange oder rot, für die letzten 48 und die nächsten 72 Stunden.
Vom Wetter zum Signal

Ein Pilz wartet auf nasse Blätter

Ein Pilz infiziert nur, wenn die Blätter lange genug bei der passenden Temperatur nass bleiben. FairGrow zählt diese Stunden für deine Fläche: die letzten 48 und die nächsten 72. Überschreitet die Summe den Schwellenwert des Modells, wird das Signal orange oder rot.

  • Mit den Werten dazu: wie viele nasse Stunden, bei welcher Temperatur.
  • Mit der Quelle dazu: die Veröffentlichung, aus der der Schwellenwert stammt.
  • Je Fläche und je Kultur, nicht ein Signal für die ganze Region.

So zählt das Modell

Beispiel: die Hutton-Regel für Kraut- und Knollenfäule
Tag 1Tag 2 Tmin 11°Tmin 12° 7 h ✓ 8 h ✓ 06121823 Stunde mit 90 % Luftfeuchte oder mehr Signal
Zwei Tage hintereinander mit mindestens 10 °C und mindestens sechs Stunden mit 90 % Luftfeuchte oder mehr: Dann wird das Signal für Kraut- und Knollenfäule rot.
Die Modelle

Zwölf Krankheitsmodelle, je Kultur

Jedes Modell stammt aus der Fachliteratur und wurde für eine Krankheit in einer Kultur entwickelt. Hat eine Krankheit kein eigenes Modell, greift FairGrow auf das allgemeine Infektionsmodell von Magarey zurück, mit Parametern für rund 50 Erreger. Das Signal weist dann darauf hin.

KulturKrankheitModell und Quelle
Kartoffel, TomateKraut- und KnollenfäuleHutton (2017), Smith (1956), Wallin (1962)
KartoffelDürrfleckenkrankheitP-Tage, Sands et al. (1979)
TomateDürrfleckenkrankheitTOMCAST, Madden et al. (1978)
ApfelSchorfÜberarbeitete Mills-Tabelle, MacHardy & Gadoury (1989)
ZuckerrübeCercospora-BlattfleckenWolf & Verreet (2005)
WeinrebeFalscher Mehltau3-10-Regel (Baldacci 1947), Sporenmodell Brischetto et al. (2021)
ErdbeereGrauschimmel, Anthraknose-FruchtfäuleBulger et al. (1987), Wilson et al. (1990)
Andere KulturenUnter anderem Septoria, Rostpilze und MoniliaAllgemeines Infektionsmodell, Magarey et al. (2005)
Insekten

Insekten folgen der Wärme

Apfelwickler, Möhrenfliege und Kleine Kohlfliege werden aktiv, sobald sich genug Wärme angesammelt hat. FairGrow zählt die Gradtage ab Saisonbeginn und zeigt, wann der Flug beginnt. So stellst du Fallen und Kontrollen zum richtigen Zeitpunkt auf.

  • Apfelwickler (Apfel, Birne): Flugbeginn bei 151 Gradtagen über 10 °C, gezählt ab dem 1. Januar.
  • Möhrenfliege: 260 Gradtage über 5 °C, gezählt ab dem 1. März.
  • Kleine Kohlfliege: 210 Gradtage über 4 °C, gezählt ab dem 1. März.

Wärme summiert sich

Beispiel: Gradtage über 4 °C ab dem 1. März
MärAprMaiJunJul 0210 Kleine Kohlfliege: Flugbeginn °Cd
Jeden Tag summiert sich die Temperatur über der Schwelle. Wann die Marke erreicht wird, ist je Jahr und je Ort verschieden. Darum berechnet FairGrow sie für deine Fläche.
In FairGrow

Wo du es siehst

DashboardKrankheits- und Schädlingsrisiko

Eine Karte mit dem Signal je Fläche. Bei Orange oder Rot zeigt sie, wie viele Mittel in deinem Land in dieser Kultur gegen diese Krankheit zugelassen sind, mit einem Link zur Mittelprüfung.

AnbaudokumentationRisikosignale

Je Fläche das Signal, die zugrunde liegenden Werte, die Quelle und ein Streifen über 14 Tage. Mit „gesehen“ oder „nicht gesehen“ sagst du uns, ob es gestimmt hat.

WarnungenE-Mail und Telegram

Bei Orange oder Rot eine Nachricht, wenn du das möchtest, höchstens eine je Fläche und Tag.

Ehrlich gesagt

Was es nicht ist

  • Keine Spritzempfehlung. Es ist ein Risikosignal. Das Etikett und deine eigene Beobachtung gehen vor.
  • Blattnässe wird berechnet, nicht gemessen. FairGrow schätzt sie aus Luftfeuchte und Regen.
  • Anderswo getestet. Die meisten Modelle stammen aus den USA, Großbritannien, Italien und Norwegen. Ihre Schwellenwerte wurden dort getestet, nicht auf deinem Betrieb. Darum zählen deine Rückmeldungen „gesehen“ oder „nicht gesehen“.

Baust du Wein an? Wie wir das Sporenmodell für Falschen Mehltau übernommen und kalibriert haben, steht auf der Seite über das Sporenmodell.

Fragen

Kurze Antworten

Brauche ich einen Blattnässesensor?

Nein. Die Modelle nutzen die stündliche Vorhersage und die Wetterhistorie für deine Fläche. Steht ein Temperatur- und Luftfeuchtesensor im Umkreis von 250 Metern, nutzt FairGrow auch dessen Messwerte.

Welches Wetter nutzen die Modelle?

Die stündliche Vorhersage von Open-Meteo und die ERA5-Reanalyse für die vergangenen Tage. Wie zuverlässig so eine Vorhersage ist, liest du auf der Seite über die überprüfte Vorhersage.

Bekomme ich eine Warnung?

Wenn du möchtest, per E-Mail oder über Telegram. Nur bei Orange oder Rot und höchstens einmal je Fläche und Tag.

Ist das eine Spritzempfehlung?

Nein. Das Signal sagt, dass das Wetter eine Infektion möglich gemacht hat. Ob du handelst, und mit welchem Mittel, entscheidest du. Welche Mittel zugelassen sind, siehst du unter Pflanzenschutz.

Stand: 13. Oktober 2026. Die Modelle und Schwellenwerte auf dieser Seite stammen aus der Plattform selbst. Mehr dazu, was FairGrow macht und was noch kommt: alles, was FairGrow macht.
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